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Martinskirche in Kleingartach

Aktuell ist ein neu aufgelegter Kirchenführer für 8 Euro im Kleingartacher Schreibwarenladen "Buntstift" käuflich zu erwerben. Darin finden Sie interessante Ausführungen über den Bau Martinskirche, aber auch über die Fresken und sonstigen Ausstattung.

 

 

Die Kirche in ihrer jetzigen Form ist baulich nicht einheitlich. Der Turm mit dem Turmchor stammt aus dem 13. Jahrhundert, die Kirche und der Turmaufsatz aus der Zeit um 1468 (diese Jahreszahl ist über dem Hauptportal an der Südwand angebracht). Die um diese Zeit erfolgte Erweiterung des Kirchenschiffes ist zu sehen im Zusammenhang mit der Errichtung der Pfarrei Kleingartach. Vorher war Kleingartach Filial der Pfarrei Niederhofen.

Ein besonderer Schatz in dieser Kirche sind die Wandmalereien, die wohl aus der Zeit um 1468 stammen. In der Zeit des Bildersturms im 16. Jahrhundert wurden sie übertüncht, und sind nicht zuletzt auch deshalb gut erhalten. Bereits 1903 wurde ein Teil der Bilder freigelegt, die meisten aber erst 1955/56.

Die Bilder aus der Heilsgeschichte sind in drei Reihen an der Nordwand (Altes Testament bis zur Geburt Jesu) und Südwand (Neues Testament, Leidensgeschichte Jesu, Ostergeschichte, Himmelfahrt und Pfingsten) angebracht. Leider sind die Geburtsgeschichten durch den Einbau einer Empore zerstört.

Jener Künstler unserer Fresken setzte sich nicht einfach über das Bilderverbot des Alten Testaments hinweg, er bedachte vielmehr Jesu Wort: "Ich und der Vater sind eins" (Johannes 10,30). Und so zeigt er den Gott, der durch sein Wort die Welt erschuf - "er sprach es werde .... und siehe es war gut" - entsprechend dem vorherrschenden "Käseglockenweltbild" in der Art, wie er auch Jesus auf der gegenüberliegenden Seite zeigt, zum Teil bis in die Handhaltung übereinstimmend; diese Haltung der Hände, ist auf mehreren Bildern ähnlich gestaltet: die empfangende und die segnende oder hinweisende Hand.