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Gottesdienst

Wir dürfen wieder Gottesdienst (unter coronabedingten Schutzmaßnahmen) feiern.

 

Ansonsten gelten die üblichen Hygieneverordnungen:

Abstand halten 2 Meter. Sitzpätze sind entsprechend markiert.

Desinfektionsmittel steht bereit. Wir bitten Sie Mundschutz zu tragen bis Sie am Platz sind, dann können sie ihn abnehmen.

Geh aus, mein Herz

nach einer Idee von Kirchenjahr - evangelisch.de
Momentan zieht es viele Menschen nach draußen. Die einen mit dem Fahrrad, die andern für einen ausführlichen Spaziergang. Radtour und Spaziergang lassen sich mit einem Gottesdienst verbinden. Gottesdienst draußen, auf einer Waldlichtung an einem Baum, auf einer Wiese. In einer kleinen Gruppe, die sich schon treffen dürfen. Oder nur ich für mich. Lasst Euch zu einem geistlichen Spaziergang oder einer geistlichen Radtour einladen! Beim Gehen ist man anders aufmerksam als beim Radfahren; entscheidet, wonach Euch ist. Hier findest Du einen Vorschlag für einen Weg mit verschiedenen Stationen. Die Art der Fortbewegung, das Tempo und den Rhythmus, in dem Du von Station zu Station kommst und die Länge des Spaziergangs/Wanderung etc. bestimmst Du selbst.
Was brauche ich?
Evtl. ein Smartphone mit Netzzugang, um die Musik, die hier vorgeschlagen ist zu hören oder mitzusingen. (Singen oder Summen geht aber auch ohne technische Unterstützung.) Bequeme Kleidung .Eine Brotzeit kann nicht schaden; auf jeden Fall eine Flasche Wasser. Und eine Unterlage zum Sitzen / Liegen, gegen die Feuchtigkeit.
Bevor Du losgehst/losfährst solltest Du dir einen Ausgangspunkt und 6 Stationen überlegen:


Ein Anfangsort (evtl Haus oder Kirche …)
1. Station: an einem schönen Baumwiesenstück
2. Station: an einem Ort am Waldrand/ oder ein Ort, an dem Vögel zu hören sind
3. Station: an einer Blumenwiese
4. Station: an einem Ort mit Ausblick zum Himmel
5. Station: an einem Sitzplatz
6. Station: an einem schönen großen Baum
Das wars, natürlich kann man sich die nächste Station auch immer ganz spontan überlegen. Dann viel Spaß und einen guten Weg !

 

Ausgangspunkt: (zu Hause, bei der Kirche ……):
Alles ist vorbereitet; ich bin startklar. Vorher noch einen Augenblick Ruhe finden. Das wird ein besonderer Ausflug heute. Für einen Moment schließe ich gleich meine Augen und horche in mich hinein. Ich will spüren, wie mein Herz schlägt. Um die hunderttausend Mal macht es das jeden Tag und transportiert Blut, Sauerstoff und Nährstoffe durch meinen Körper. Es schlägt und ich bin lebendig. Augen schließen. Horchen. Ich öffne die Augen wieder, lasse ihnen Zeit sich ans Licht zu gewöhnen. Dann lese/höre/singe ich:
http://ks4.imslp.info/files/imglnks/usimg/9/91/IMSLP327660-PMLP530341-Schopen-GehAusMeinHerz.mp3
Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben,
sich ausgeschmücket haben
Jetzt geh / radle los, Schaue dich bewusst immer wieder um, suche Freud in dieser Zeit, find dabei deinen Rhythmus. Spüre deinen Körper und deine Atmung. Genieße die Sonnenstrahlen und den Wind. Lass hinter dir, was war. Öffne deine Sinne für das, was jetzt ist, vor dir, neben dir: Landschaft, Pflanzen, Menschen und Tiere.
Ein geistlicher Spaziergang /Radfahrt kann beginnen ………

 

Erste Station: (an einem schönen Baumwiesenstück)
Eine erste Unterbrechung. Bleib stehen / steig vom Fahrrad ab. Schaue dich dort, wo du gerade bist, genauer um. Welches Geräusch würdest du gern speichern? Welches Motiv festhalten? Wo ist unerwartet Schönheit da? Hänge für einen Moment deinen Gedanken nach. Siehst du die Bäume und Blumen vor dir? Dann höre nochmal die erste Strophe von Geh aus mein Herz und /singe dann die 2.Strophe des Liedes mit:
Stopp nach der 2.Strophe die Aufnahme: http://www.youtube.com/watch?v=_o9AVbgqkgE
Die Bäume stehen voller Laub,
das Erdreich decket seinen Staub
mit einem grünen Kleide;
Narzissus und die Tulipan,
die ziehen sich viel schöner an
als Salomonis Seide,als Salomonis Seide.
Ist Gottes Schöpfung nicht herrlich, wie er alles so unfassbar schön gemacht hat? Von Natur aus schöner als die schönste Seide? Und wir müssen nicht einmal was dafür tun.
Wir sollten Gott danken, dass wir in seiner unglaublichen Schöpfung leben dürfen und einen Platz darin haben.
Ein kurzes Dankgebet hilft dabei ……..

 

Zweite Station: (an einem Ort am Waldrand oder ein Ort mit Vogelstimmen)
Such dir einen Platz zum Sitzen. Schau dich ein wenig um. Dann summe/singe/ höre die folgenden Strophe von Geh aus mein Herz ….:
http://www.youtube.com/watch?v=_o9AVbgqkgE
Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fliegt aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hoch begabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Tal und Felder, Berg, Hügel, Tal und Felder.
Die Lerche schwingt sich in die Luft ... - Folge den Vögeln mit deinem Blick und schau eine Weile in den Himmel. Welche Gefühle entstehen in dir? Sind Wolken da? Ansammlungen feinster Wassertröpfchen darin? Erst das Licht macht sie sichtbar. Wie sehen die Wolken heute aus? Was erzählen sie dir? So nahe und zugleich unerreichbar wie die Wolken ist Gott. Wir meinen zu wissen, was er von uns und für uns will - und dann bleibt er doch wieder unergründlich und unfassbar. Fern und doch nah. Gilt das nicht im Grunde für jede und jeden von uns?
Wer bin ich? Wie offen möchte ich sein?
Vor Gott brauche ich keine Maske – ich darf ganz ich sein, frei wie eine Lerche, die sich in die Luft schwingt !
Steh auf und geh / radle weiter. Vertraue darauf: Die Gedanken werden sich mit jedem weiteren Tritt sortieren

 

Dritte Station: (an einer Blumenwiese)
Trink einen Schluck. Hier ist es gut anzuhalten. Such dir einen Platz zum Entspannen, schau dich genau um , lies die beiden nächsten Strophen, höre dabei die Musik dazu an: http://www.youtube.com/watch?v=bKHF0bMSBVQ
Die unverdrossne Bienenschar fliegt hin und her, sucht hier und da ihr edle Honigspeise;
des süßen Weinstocks starker Saft
bringt täglich neue Stärk und Kraft
in seinem schwachen Reise,
in seinem schwachen Reise.


Der Weizen wächset mit Gewalt:
darüber jauchzet Jung und Alt
und rühmt die große Güte
des, der so überfließend labt
und mit so manchem Gut begabt
das menschliche Gemüte,
das menschliche Gemüte.
„Fliegt hin und her, sucht hier und da ...“:
Wo bist du am Hin- und Herschwirren wie die Bienen, verdrossen oder unverdrossen? Was wirst du nicht los, welche Gedanken kannst du nicht ablegen? Gott sorgt sich um dich! Alle Eure Sorge leget auf Ihn!
Achte eine Zeitlang auf deinen Atem, wie er kommt und geht und kommt und geht ...Und wo bist du gut versorgt? – „ ... täglich neue Kraft ... und mit so manchem Gut begabt ...“ ̶ Wofür bist du dankbar? Geh / radle weiter und nimm diese Fragen mit auf den nächsten Streckenabschnitt. Gott freut sich, von dir zu hören – lege deine Alltagsgedanken und deine Sorgen bei ihm ab ………

 

Vierte Station: (an einem Ort mit Ausblick zum Himmel)
Ein Zwischenstopp. Ein Blick gen Himmel . Wo ist Gott? Suchend streift mein Blick umher …. Und ich lese einen Abschnitt aus der Bibel : ..
.Jesus zeigte sich den Aposteln nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er mit ihnen beim Mahl war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr – so sprach er – von mir gehört habt; denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. (Apostelgeschichte 1,3-10)
„Was steht ihr da und schaut zum Himmel?“ Gott ist da , durch seinen Heiligen Geist,…, in dir, um dich , über dir …. Nichts kann mich scheiden von der Liebe Gottes. Vertraue darauf !
Der Herr sei vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr sei neben dir, um dich in die Arme zu schließen
und dich zu schützen.
Der Herr sei hinter dir, um dich zu bewahren
vor der Heimtücke böser Menschen.
Der Herr sei unter dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst.
Der Herr sei in dir, um dich zu trösten, wenn du traurig bist.
Der Herr sei um dich herum, um dich zu verteidigen,
wenn andere über dich herfallen.
Der Herr sei über dir, um dich zu segnen.
So segne dich der gütige Gott.
Irischer Segen Sedulius Caelius

 

Fünfte Station: (an einem Ort mit Sitzplatz)
Das ist ein guter Ort für eine Pause. Setz dich. Trink was. Brauchst du eine kleine Brotzeit? Guten Appetit……. Danach hör die Musik:
http://www.youtube.com/watch?v=Ng-ziJ5KRy4 und lies dabei…… oder singe selbst zum Lied Geh aus mein Herz:
Ach, denk ich, bist du hier so schön
und lässt du’s uns so lieblich gehen
auf dieser armen Erden: Was will doch wohl nach dieser Welt
dort in dem reichen Himmelszelt
und güldnen Schlosse werden,
und güldnen Schlosse werden.


Welch hohe Lust, welch heller Schein
wird wohl in Christi Garten sein!
Wie muss es da wohl klingen,
da so viel tausend Seraphim
mit unverdrossnem Mund und Stimm
ihr Halleluja singen,ihr Halleluja singen.

 

Doch gleichwohl will ich, weil ich noch
hier trage dieses Leibes Joch,
auch nicht gar stille schweigen;
mein Herze soll sich fort und fort
an diesem und an allem Ort
zu deinem Lobe neigen,
zu deinem Lobe neigen
Lass dich zum Beten einladen. Im Grunde ist ja diese ganze Tour ein Gebet. Aber vielleicht gibt es etwas, was du Gott gerade sagen willst. Oder du hast eine Bitte für jemanden, der dir besonders am Herzen liegt, dann ist jetzt der Ort und die Zeit dazu. Dies alles und das, wofür du keine eigenen Worte findest ist aufgehoben im Gebet des Herrn: Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden …

 

Sechste Station: (an einem schönen Baum)
Schau ihn dir an den Baum: seine Wurzeln, den Stamm, seine Äste und Zweige, die Blätter oder Nadeln. Blüht er noch? Kannst du schon Früchte sehen? Fest geerdet und ausgestreckt in den Himmel. So lässt es sich leben. Scanne den Code ein oder kopiere den Link:
http://www.youtube.com/watch?v=K6_UwmP716g und singe dazu:
Hilf mir und segne meinen Geist
mit Segen, der vom Himmel fleußt,
dass ich dir stetig blühe;
gib, dass der Sommer deiner Gnad
in meiner Seele früh und spat
viel Glaubensfrüchte ziehe,
viel Glaubensfrüchte ziehe.


Mach in mir deinem Geiste Raum,
dass ich dir werd ein guter Baum,
und lass mich Wurzel treiben.
Verleihe, dass zu deinem Ruh
mich deines Gartens schöne Blum
und Pflanze möge bleiben,
und Pflanze möge bleiben.
Ich betrachte noch einmal den Baum …… dass ich dir wird ein guter Baum ………… Bäume – Zeichen der Standfestigkeit, Zeichen des Verwurzelt seins. Wo habe ich meine Wurzeln? Was gibt mir Halt in dieser Zeit? Psalm 1: Wer Gott vertraut, der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, / der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.
Mein Weg führt mich nun zurück zum Ausgangspunkt, nach Hause – und von dort auf die bekannten Wege und auf unbekannte, auf schöne und schwierige. Ich weiß, dass ich Wurzeln habe und neue schlagen kann. Ich weiß: der Himmel steht offen. Ich breite meine Hände aus und sage laut:
DU GOTT DES HIMMELS UND DER ERDE- TAUCHE MICH EIN IN DEINE HERRLICHKEIT; BEKLEIDE MICH MIT DEINER KRAFT UND DEINEM GEIST; ERFÜLLE MICH MIT DEINER WEISHEIT; SEGNE MICH MIT DEINER LIEBE: AMEN !
Dann mach ich mich gestärkt und frohgemut auf den Rückweg !

Hinten am Gemeindehaus